Hannes Hegens Fabelhafte Welt: Das Bestiarium


"Bevor die Digedags die Welt eroberten, bevölkerten Hannes Hegens Tiere die Seiten des "Eulenspiegel", aber auch des von "Magazin" in den 50ger Jahren. In diesem satirischen Bestiarium von 1955 begegnen uns Tiere als Spiegelbilder menschlicher Eitelkeiten - meisterhaft in Szene gesetzt zwischen Zirkusmanege und Berliner Tierpark."

Der Schöpfer hinter den Kulissen
Hannes Hegen (1925-2014), eigentlich Johannes Hegenbarth, war weit mehr als "nur" der Vater der Digedags. Bevor er 1955 mit dem MOSAIK Comic-Geschichte schrieb, feierte er bereits große Erfolge als virtuoser Illustrator für Zeitschriften wie "Das Magazin" oder den "Eulenspiegel". Sein unverwechselbarer Stil zeichnete sich schon früh durch eine Kombination aus präzisem Strich und humorvoller Charakterzeichnung aus.

Von der Satire zum Mosaik-Tierreich
Hegens Liebe zu Tieren war von Beginn an ein roter Faden in seinem Werk. In seinen frühen Karikaturen verlieh er Tieren oft menschliche Züge, um gesellschaftliche Eigenheiten mit einem Augenzwinkern zu spiegeln. Diese Erfahrung floss direkt in das MOSAIK ein. Besonders zwei Hefte sind für Tierliebhaber legendär und bilden das Herzstück dieser Galerie:


Zu Heft 003: "Wussten Sie, dass die Affen in der Bimmel-Bummelbahn fast menschlicher wirken als mancher Fahrgast? Ein typisches Hegen-Element!"
Zu Heft 005: "Hier zeigt Hegen seine ganze Liebe zum Zirkus - ein Thema, das ihn schon bei seinen frühen Entwürfen für "Das Magazin" begleitete."

Ein Bestiarium voller Charakter
In diesem Bereich meiner Webseite präsentiere ich euch eine Auswahl seiner schönsten Tierzeichnungen. Ob der stolze Löwe im Frack aus dem Eulenspiegel oder die neugierigen Bewohner ferner Länder aus den Mosaik-Anfängen - Hannes Hegens Tiere sind keine bloßen Abbilder der Natur. Sie sind Persönlichkeiten. Tauchen Sie ein in ein Bestiarium, das zeigt, dass der Weg zu den Sternen (und durch die Geschichte) für Hannes Hegen oft im Tierreich begann.

Das Magazin (11/1954) Cover mit dem Elefanten
📚 zum Vergleich Hegen's Elefant von Heft Nummer 103 (etwa 10 Jahre später)
"Blaues Wunder am Kiosk" - Dieses Cover von 1954 zeigt Hannes Hegens Talent, exotische Tiere mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Farbe darzustellen. Der charmante blaue Elefant wirkt wie ein direkter Vorbote zu den Zirkusszenen, die er wenig später in den Mosaik-Heften 3 und 5 zur Perfektion brachte. Hier verschmelzen Design und Tierliebe zu einem echten Sammlerstück.
Eulenspiegel (28/1955) -Seite mit Löwe & Frosch
📚 zum Vergleich Hegen's Löwe von Heft Nummer 100 (etwa 10 Jahre später)
"Menschliches, allzu Tierisches" - Im Eulenspiegel von 1955 (Nr. 28) übte Hannes Hegen das, was das frühe Mosaik so lebendig machte: Die Vermenschlichung der Tierwelt. Ob der eitle Löwe im Frack oder der schlagfertige Frosch - diese Charakterstudien legten den Grundstein für die ausdrucksstarke Mimik seiner späteren Comic-Helden. Ein faszinierendes Dokument aus dem Jahr der Mosaik-Geburt.


📚 "Wusstest du schon? In Heft 3 ('Die Bimmel-Bummelbahn') und Heft 5 ('Wer wagt, gewinnt') sind die Tiere nicht nur Kulisse, sondern treiben die Geschichte voran - ein Stilmittel, das Hegen bereits in seinen frühen Magazin-Illustrationen perfektioniert hatte."

Charakteristika: Die Tierfiguren in diesen frühen Heften und anderen frühen Arbeiten sind detailliert, oft im Stil von Fabeln gezeichnet und agieren wie Menschen (anthropomorph).
Weitere Tierdarstellungen: Abgesehen von den frühen Tierheften tauchen in den späteren Abenteuern der Digedags (z.B. in der Südsee- oder Amerika-Serie) immer wieder detailreich illustrierte Tiere auf, die sich in den zeichnerischen Stil Hegens einfügen, der auf anatomische Genauigkeit bei gleichzeitigem Cartoon-Charakter setzte.


Fazit: Hegenbarth, der ursprünglich Maler war, nutzte diese Illustrationen oft, um Charaktereigenschaften durch theriomorphe (tiergestaltige) Züge zu unterstreichen.


Bevor sich Hannes Hegen für den Titel "Mosaik" entschied, hatte er noch etwas anderes in den Sinn.
Ein Bildgeschichtenheft namens "Kiebitz".
Hier eine Entwurfzeichnung mit einem schwanzlosem Krokodil (Nikodemus) auf dem Fahrrad, aus dem Jahr 1955. 😉

📚 Zum Vergleich Hegen's Krokodil (Mutawakkel) von Heft Nummer 114 (etwa 10 Jahre später)



Im Buch Vom Orient bis zum Nucleon sind eine ganze Reihe von Hegens Tierillustrationen zu finden.




Auch bei den Abrafaxen sind sehr viele Tiere zu finden. Diese sind natürlich nicht von Hannes Hegen gezeichnet,
dennoch liebevoll detailliert dargestellt. Anbei einige Beispiele der Cover - Elefanten aus den Jahren 1982, 1987, 2000, 2022, 2023 und 2 x 2024.
Es sind nur Beispiele, es gibt auch ein Sonderheft mit einen Variant-Cover, Heft 582 vom 21. Internationalen Comicsalon Erlangen im Juni 2024.